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Was wir bewegt haben

Der Ökologische Lehrgarten Duderstadt

 

  • Entstehung und Entwicklung
  • Gegenwärtige Problematik

 

Wie alles begann....

 

Unser Lehrgarten grenzt unmittelbar an das Sandwasser, das zwischen Steintor und Bahnhofstraße seit der Landesausstellung „Natur im Städtebau 1994“ Teil des ökologisch-historischen Lehrpfades ist. Dieses Teilstück wurde ab 1991 in einem Langzeitprojekt der Pestalozzi-Schule naturnah gestaltet und erhielt dafür den Bundesumweltpreis des WWF.

 

Der ökologische Lehrgarten im Süden des historischen Stadtkerns der Stadt Duderstadt wurde ab 1998 ausschließlich mit Sach- und Geldspenden diverser Geber errichtet. Nach Plänen, mit denen die Pestalozzi-Schule in einem Ideenwettbewerb ein Preisgeld gewonnen hatte und unter Anleitung des Biologen Dr. Ingo Barrenscheen entstanden ein Lehrgarten, mit Streuobstwiese, 14 ökologischen Stationen, einem Fachwerkhaus nach historischem Vorbild mit einem Holz beheizten Stein-Lehm Backofen sowie einer Komposttoilette als wesentlichen Elementen. Der Garten hat in zahlreichen Veranstaltungen deutlich werden lassen, dass es einen Bedarf an Veranstaltungen gibt, die in ihrer Ausprägung weder von der Heinz-Sielmann-Stiftung noch vom Brotmuseum angeboten werden. Diese Lücke hat der Lehrgarten über Jahre mit unterschiedlichen Angeboten in enger Kooperation mit der Heinz-Sielmann-Stiftung und dem Tabaluga Haus in Duderstadt ausfüllen können.

 

Wesentliche Voraussetzungen für die Schaffung des Geländes waren die große Spendenbereitschaft von Betrieben aus der Region, der Sparkasse Duderstadt, der PSD Bank Braunschweig (größter Einzelspender), des Ortsrates Duderstadt und der Ikea Stiftung. Insgesamt flossen so annähernd 100 000€ für Baumaterial, Gas-, Wasser- und Stromanschlüsse an Bar-, Sach- und Materialspenden. Erhebliche Beträge flossen aus der Arbeitsverwaltung und dem Jobcenter in Form von Beschäftigungsprogrammen zur Unterstützung von Schüleraktivitäten in den Garten.

 

Die Stadt Duderstadt hat durch die kostenlose zur Verfügung Stellung des Geländes und Hilfeleistungen des Bauhofes sowie durch wohlwollende Unterstützung des früheren Stadtdirektors und heutigen Bürgermeisters Wolfgang Nolte den Weg für das unter dem Strich sehr erfolgreiche Projekt geebnet und die Voraussetzungen für diesen Erfolg ganz maßgeblich beeinflusst. Verschiedene Fernsehbeiträge, eine Rundfunk Liveübertragung und zahllose Pressebericht in Printmedien haben den Garten mit seinem Angebot schon jetzt bundesweit bekannt gemacht.
 

Der Förderverein für die Pestalozzi-Schule e.V. hat sich als Träger bislang sehr uneigennützig für die Pflege, die Erhaltung und den Betrieb des Lehrgartens eingesetzt. Schon frühzeitig ist es praktisch für alle interessierten Nutzergruppen möglich geworden, Angebote im Garten zu Nutzen. Bislang konnte sich ein Entgelt für die Nutzung immer auf einen Beitrag, der die Verbrauchsmaterialien deckte, beschränken.

Mit dem Einsetzen der Inklusion ist die Nutzung durch Schülerinnen und Schüler der Pestalozzi-Schule stark zurückgegangen und der Förderverein der Schule hat sich aufgelöst.

Gartenprojekt
Projektpartner

Durch die Unterstützung namhafter Organisationen, etlicher Firmen aus der Region und unermüdlicher Bemühungen der Mitglieder des Fördervereins konnte über einen Zeitraum von ca. 15 Jahren der Ökologische Lehrgarten in seiner heutigen Erscheinungsweise aufgebaut werden. Auf dem Bild ist unser Bauschild zusehen, das die Unterstützer der Anfangsphase zeigt. Es sind zahlreiche Sponsoren dazugekommen.

 

Bis auf zwei Projekte sind alle anderen so weit fertiggestellt, dass dort eine sehr breite Palette an pädagogischer Arbeit – Schwerpunkt Umwelt und Ernährung - geleistet werden kann. Die intensive Zusammenarbeit mit der Heinz Sielman Stiftung war während der gesamten Laufzeit des Projektes eine wichtige Säule.

 

Alles was mit Schulgärtnern zu tun hat, könnte zukünftig im Bereich Rosengasse zusammengeführt werden. Der Ökologische Lehrgarten als Kernstück mit ausreichender Infrastruktur (Backofen, Küche, Toilette, Wasser, Strom, Gas) sollte zu diesem Zweck um einen weiteren Garten erweitert werden, dessen Fläche mit wenig Aufwand in parzelliertes Grabeland umgewandelt werden könnte. Das bislang angedachte Gartengrundstück ist zurzeit (noch)nicht verfügbar.

 

Hier könnten Schulkinder, Jugendliche und Erwachsene lernen zu gärtnern wie in alter Zeit. Ähnlich wie könnten ausgefallene Gemüsesorten, Kräuter, Heilpflanzen, Färberpflanzen und vieles Interessante mehr angebaut werden.

 

Die Umsetzung der geernteten Gemüse und Früchte in gesunde Nahrung bzw. durch Konservierung (einkochen, dörren, trocknen, fermentieren) für die Vorratshaltung haltbar gemacht, kommt den gegenwärtig sich wieder ausbreitenden Trends entgegen. Die im „Ökologischen Lehrgarten“ geschaffenen Möglichkeiten bieten sich dafür an.

 

Der mit Holz beheizte Stein-Lehm-Backofen nach historischem Vorbild ist seit Jahren ein Magnet besonderer Art. Er zieht Menschen aller Altersklassen an und ermöglicht unter dem Aspekt altes Handwerk die Herstellung von allen Backwaren aber auch warm gegarter Nahrung.

Die Kids mit ihrem frischen Gebäck

Das Backhaus mit dem Ofen hat sich über die Jahre als Schwerpunkt-Attraktion entwickelt.

Selbst gemachte Suppe schmeckt am besten

Kochen auf offenem Feuer ist eine weitere Attraktion, die meistens im Verbund mit dem Backen im Ofen angeboten und genutzt wird. Das gesamt Paket ist für viele Teilnehmer ein Highlight, über das nach Jahren gesprochen wird. Das gemeinsame Essen im Zelt-Pavillon kann auch bei starker Sonneneinstrahlung im Sommer oder im Winter bei moderaten Außentemperaturen somit im Freien stattfinden. Gruppen bis 12 Personen können im kuschelig warmen Backhaus arbeiten und essen.

Gemeinsame Veranstaltungen

So haben sich praktisch ganzjährig Veranstaltungen etabliert.

Bauen eines Lehmhauses

Lehmbau ist ein Thema, das immer wieder aufgegriffen werden kann. Die noch nicht komplett fertig gestellte Fachwerkwand ist zugleich dauerhaftes Anschauungsstück wie auch Gegenstand praktischer Übungen. Ein Lehmlager im Garten hält diesen äußerst interessanten Baustoff vor.

 

Das drehen von TV Beiträgen

Mehrere Fernsehaufzeichnungen, aber auch Liveübertragungen aus dem Garten haben durch das gute Echo gezeigt, dass es ein großes Interesse an Themen rund um den Garten gibt.

Gedanken zu Grünflächen und Erholungsräumen
in der Kernstadt Duderstadtvor dem Hintergrund Fachwerkfünfeck

 

Grünflächen und Erholungsräume werden voraussichtlich in städtischen Siedlungsräumen erheblich an Bedeutung gewinnen.

 

Die Parzellen der historischen Bürgergärten in Duderstadt zwischen Wall und Stadtmauer sind ein prägender Bestandteil des mittelalterlichen Gesamtdenkmals Duderstadt.

 

Sie in ihrer ursprünglichen Art zu erhalten, zu pflegen und zu nutzen wird zukünftig einen ähnlichen Stellenwert haben wie die erhebliche Ressource an Fachwerkhäusern verschiedener Stilepochen seit der Gotik.

 

Weltweit zeichnet sich eine Renaissance der Nutzgartenbewirtschaftung ab. „Urban gardening“ kommt dort zum Zuge, wo in hoch verdichteten städtischen Räumen Gartenparzellen nicht vorhanden sind. Der Trend zum Verzehr selbst angebauten Gemüses und zum Obst aus eigener Ernte nimmt rasant zu.

 

Duderstadt bietet in einzigartiger Weise die Möglichkeit zum Wohnen im gemütlichen Fachwerkhaus mit Erzeugung eigener, gesunder Lebensmittel im nahe gelegenen Garten an.

 

Was bedeutet das für Duderstadt?

 

Wir könnten unsere Fachwerkhäuser durch bundesweite PR und Vermarktungsinitiativen besser neuen Besitzern zuführen, wenn Gärten zu den Häusern gehören und entsprechende Zielgruppen angesprochen werden. Ersatzweise sind Pacht-Gärten in fußläufiger Entfernung attraktive Kombinationsangebote.

 

Für PR Aktionen sind einige Voraussetzungen zu schaffen: Gärten – möglichst innerhalb des Walles – müssen so bewirtschaftet werden, dass sie entsprechende Aufhänger für eine gute und attraktive Berichterstattung bieten.

 

Modellhaft bewirtschaftete Gärten - wie es der „Ökologische Lehrgarten“ zukünftig bieten könnte - bieten sich für attraktive Berichterstattungen in den Medien an.

 

Zurzeit bewährt sich jeweils montags die Betreuung durch das bei der Heinz Sielmann Stiftung angesiedelte Netzwerk „Tranzparenz“. Die Lehrer können in Verbindung mit einer Fachkraft Kinder gründlich die Grundlagen des Gärtnerns als wichtigen lebenspraktischen Beitrag vermitteln.

 

Weiterhin ermöglicht das Netzwerk Transparenz auf Honorarbasis Mitmachaktionen zu gesunder Ernährung, die gut nachgefragt werden.

Gruppen aus dem Tabalugahaus werden zum Selbstkostenpreis mit 3 stündigen Veranstaltungen auch unter ehrenamtlicher unentgeltlicher Mitarbeit erfolgreich betreut. Mit durchschnittlich 20 Veranstaltungen pro Jahr gehören wir zu den am häufigsten nachgefragten Kooperationsprojekten dieses hervorragenden Förderprojektes (Peter Maffay und Hans-Georg Näder) für behinderte und benachteiligte Kinder.

 

Sollte ein weiterer Garten in unmittelbarer Nähe zur Verfügung stehen, könnte das Konzept umgesetzt werden, alle Schulgartenaktivitäten für Duderstäder Schulen in der Rosengasse zu bündeln.

 

Allerdings benötigt ein solcher Garten mit einer hohen Frequenz an Besuchern und Teilnehmern eine Person, die als „Custos“ darüber wacht, dass eine gewisse Ordnung die Betriebsfähigkeit des Gartens garantiert.

 

Die wesentliche Pflege und Erhaltung kann durch Schulkinder in Zusammenarbeit mit ehrenamtlichen Helfern geschehen.

Generationsübergreifendes Lernen und Vermitteln von Fähigkeiten, Fertigkeiten und Wissen sind die Kernpunkte eines realistischen Lösungsansatzes.

 

Freiwillige aller Altersgruppen, die durch ein attraktives Konzept auch an den Früchten und erarbeiteten Produkten partizipieren, könnten das Rückgrat der Konzeption bilden.

 

Ein(e) Teilzeit beschäftigte(r) Mitarbeiter(in) hält die Infrastruktur in betriebsbereitem Zustand.

 

Wir als Träger müssen das ganze Geschehen koordinieren. Die Gesamtkosten für das erweiterte Projekt liegen bei guter Organisation und weitgehend ehrenamtlicher Arbeit sowie die Unterstützung durch Netzwerke wie Transparenz unterhalb 10 000€/p.a..

 

Spenden, Veranstaltungen und sonstige Erlöse können einen Teil der Ausgaben auffangen. Zuschüsse wären ein weiterer Finanzierungsbaustein.

 

Es gibt genügend Projekte und Organisationen in Duderstadt, die durch Zusammenarbeit und Vernetzung profitieren könnten: Tabaluga, Heinz-Sielman-Stiftung mit Netzwerk Transparenz, Inklusiver Campus, Schulen, Kindergärten, GAB, LEB, freie Gruppen und private Interessenten.